20150926 171254

 

In letzter Zeit wird mir immer öfter bewusst, dass ich das sehr genieße, dass die Kinder mittlerweile schon so groß und selbständig sind.

Auch wenn ich ganz wehmütig werde, wenn ich mir "alte" Fotos anschaue, auf denen sie noch klein und knuffig waren. Die Zeit war auch toll, keine Frage. Aber eben auch sehr anstrengend. Wenn sie erstmal ihren Platz im Leben finden müssen und ihre Ängste und Gefühle nicht richtig ausdrücken können, gibt es schnell mal einen kleinen schreienden Wüterich, der am Boden liegt und weint.

Wütend sein und weinen ändert sich nun nicht unbedingt sofort, aber zumindest  lassen sie es bleiben, sich auf den Boden zu werfen. Dafür gibt es jetzt Türen knallen. Und ich vermute mal, in den nächsten 10 Jahren kann ich noch einiges mehr in die Liste aufnehmen. Aber zumindest kann man jetzt darüber reden und zusammen nach dem Grund und nach Lösungen suchen.

Was ich aber mittlerweile am meisten zu schätzen weiß, ist die Selbständigkeit. Ich war ja noch nie eine Helikoptermutter, die ihre Kinder ständig im Blick haben musste. Trotzdem konnte man sie bis zu einem gewissen Alter nicht unbeobachtet lassen. Das geht nun schon recht gut. Sie dürfen sich hier im näheren Umkreis frei bewegen, spielen und radfahren. Sie dürfen auch gern am Samstag Morgen alleine zum Bäcker, wenn sie Brötchen essen  wollen. (Es gibt dann meistens Müsli bei ihnen oder Rührei wie bei uns... ;) ).

Sie dürfen alleine zur Schule oder nach Hause laufen, was ein großes Plus ist. Natürlich hat es den Vorteil, dass sie zu zweit sind. Und dann ist es auch immer noch eine Typfrage. Meine zwei unterscheiden sich total voneinander und was der eine in dem Alter darf, darf der andere noch nicht. Man kennt ja seine Kinder am besten und kann das daher selbst am besten einschätzen...

Seit diesem Schuljahr nutzen wir das Fahrrad, um zur Schule zu fahren. Durch verkehrsberuhigte Zonen, Fußwege, über Ampeln. Also möglichst sicher und gefahrenquellenarm. Trotzdem mag ich sie diesen Weg noch nicht allein fahren lassen, weil sie einfach noch zu unaufmerksam sind bzw gar nicht soviel wahrnehmen, wie ein Erwachsener. Wir gucken und hören ganz anders und nehmen viel mehr wahr. Aber da auch ich mit dem Rad ins Büro fahre und es zeitlich und vom Weg her perfekt passt, begleite ich sie morgens immer bis zur Schule und sammel sie am Nachmittag wieder ein. Oder ich radel nach Hause und sammel sie dann an der Schule ein, wenn ich noch ne Runde laufen gehe.

Und falls ich doch mal länger arbeiten muss, kommen sie zuhause auch mal eine Stunde alleine klar, ohne die Wohnung  auseinander zu nehmen. Auch hier gilt - Typsache.

Ich hab mal gesagt, wir beide zeitgleich im Marathontraining funktioniert nicht, weil die Kinder auf der Strecke bleiben. Aber dem ist gar nicht so, denn die beiden begleiten uns sehr gern auf dem Fahrrad. Meistens nur einer. Aber so gibt es Exklusivzeit (und zugleich Bewegung an der frischen Luft ;) ). Und für mich Streckenunterhaltung oder Motivation oder eine mobile Getränkeversorgung. Hat alles seine Vorteile.

Ach und hatte ich schon erwähnt, dass große Kinder auch durchschlafen? Man muss nachts nicht mehr raus, weil jemand Hunger hat oder der Schnuller rausgefallen ist.  Und sie schlafen auch länger als bis 6. Aber nur Montag - Freitag, wenn Schule ist...

Oh ja, ich genieße die neu gewonnene Freiheit und die Selbständigkeit der beiden sehr. Und dann sehe ich wieder ein Bild, als sie noch miniklein waren und denke, wie toll diese Zeit doch war...