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Als mein Mann an einem Wochenende im Januar nicht da und ich mit den Kindern bei Oma und Opa war, reifte in mir der Plan, die lang vor uns hergeschobene Aufgabe zu erledigen.

Was gerade so dramatisch klingt, ist einfach nur die Renovierung der letzten beiden Zimmer in der Wohnung. Seit 2008 ist da nichts gemacht worden und es war bitter nötig. Aber der Mann hat immer so wenig Zeit, also hab ich die Sache einfach mal selbst in die Hand genommen.

Die Küche brauchte nur mal einen frischen weißen Anstrich, wohingegen der Flurmir schon länger nicht mehr gefiel. Die beiden tiefsten Möbelstücke standen sich genau gegenüber, so dass es einfach nur eng war. Die kleine Garderobenleiste für die Kinder hatte ausgedient. Nicht nur, dass sie so tief hing, dass die Jacken auf dem Boden schleiften, nein sie wurde auch schon mitsamt der Dübel aus der Wand gerissen. Und zu wenig Platz war da sowieso immer.

Ich schaute also immer mal nach neuen Hakenleisten und grübelte, wie man das am besten lösen könnte. Nebenher organisierte ich alles weitere. Unser alter Flur war komplett in terracotta gestrichen. Der Farbton selbst zwar hell/pastell, aber es wirkte trotzdem immer dunkel und erdrückend. Ich kam von anfangs rein weiß, auf weiß mit farbigem Sockel und hatte mir auch da recht bald eine Farbe rausgesucht. Und die Möbelproblematik verschob ich auf später.

Im März war der Mann mal wieder unterwegs, das Tochterkind wollte ganz freiwillig zur Oma und der Große hatte erst Fußball und war später mit dem Nachbarskind am Spielen, so dass ich auch da freie Hand hatte.

Am Samstag Morgen um 5 Uhr verließ mein Mann nichtsahnend das Haus und ich sprang aus dem Bett und fing an auszuräumen. Nach 30min hatte ich den Flur leer und die Garderobe von der Wand gelöst. Diese stellte ich auf die gegenüberliegende Seite und schaute mir das Bild an. Gefällt! Machen wir so. Garderobe und Schuhbank stehen nun also nicht mehr gegenüber, sondern nebeneinander und wir haben mehr Platz. Die Lösung kann manchmal so einfach sein...

Halb 6 gabs dann erstmal Kaffee und Frühstück, bevor ich das Mittagessen vorbereitete und mit der Küche weitermachte. Als ich den Großen weckte und er den leeren Flur sah, fragte er mich, ob wir umziehen. Ich hab ihn dann mal aufgeklärt, was er mit einem "Das wusste ich ja gar nicht." kommentierte. Ja, mein Sohn, das weiß keiner.

Um acht kam der Maler und legte los. Die schweren Sachen raus tragen, abkleben, weißen. Nochmal weißen, weil einmal leider nicht gedeckt hat. Ich hab derweil die letzten Arbeiten in der Küche erledigt und Gardinenstangen abgeschraubt, Bilder von der Wand genommen usw.

Während die Farbe im Flur trocknete, kam die Küche dran. Endlich frisches weiß! Das war sowas von nötig. Das ging schneller als gedacht und mittags war die Küche auch schon fertig. Eine Freundin kam spontan vorbei, der Junior war ja auch vom Fußball zurück und ich schob das Essen in den Ofen. Als alle satt und zufrieden waren, musste ich allerdings nochmal schnell zu IKEA und der Flur sollte endlich Farbe bekommen.

Und ja - ich kann "mal schnell zu Ikea". Ich kann sogar "nur mal gucken bei Ikea". Das Gute ist, Ikea ist nur 5 Autominuten entfernt. Das Schlechte ist, es war Samstag und der gesamte Umkreis tummelte sich beim Möbelschweden. Und alles stand im Weg rum. Die einen standen schneller, die allermeisten standen allerdings langsamer. Ich vermutete die Hakenleiste in der Flurabteilung. Der Plan sah also vor dahin zu gehen, Regal checken, runter zum SB, einpacken raus. In der Flurabteilung war vom Wunschobjekt aber nichts zu sehen, also eine freundliche Mitarbeiterin (echt jetzt!), die uns runter in die SB-Abteilung schickte. Hakenleiste gefunden, eingepackt und mir eine der langen Schlangen an den Kassen ausgesucht. Bezahlt habe ich dann mit den Gutscheinkarten aus dem Ikea-Adventskalender.

Wieder zuhause,strahlte uns ein freundliches türkis entgegen. Oooooha. Das war ganz schön farbig und zum ersten Mal überdachte ich meine Farbwahl. Bißchen spät. Das bleibt nun so.

Später räumten wir noch die schweren Möbel zurück und brachten die Hakenleisten an der Wand an, bevor der Maler am Nachmittag seinen Kram zusammenpackte und ich mich wieder ans Einräumen und Putzen machte.

Abends um halb 9 fiel ich fix und fertig aufs Sofa. Just in diesem Moment rief mein Mann an und erzählte mir von seinem Tag. Meiner war ja ereignisarm. ;)

Am nächsten Morgen freute ich mir ein Loch in den Bauch und stand breit grinsend im neuen Flur. Der ist jetzt nicht mehr nur dunkler Durchgang, sondern ein farbenfrohes und doch helles Zimmer. Auch dem Tochterkind gefiel es, als ich sie am Nachmittag abholte. "Huch, du hast ja umgeräumt." war ihre Reaktion.

Die Kinder waren schonmal begeistert. Fehlte nur noch der Mann. Dieser kam Sonntag Abend gegen 11 Uhr nichtsahnend zur Tür rein. Ich bin mal wachgeblieben und stand ebenfalls im Flur rum, nicht dass er denkt, er hätte sich in der Tür geirrt. Er war wohl etwas überrascht und reagierte eher verhalten. Nachdem er sich an die Farbe gewöhnt hat, behaupte ich mal, dass es ihm auch gefällt...

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Ach ja...zur nächsten Veranstaltung dieser Art, muss ich mit........